Dell hat verschiedenen Medienberichten zufolge in Taiwan Monitore zu einem viel zu günstigen Preis angeboten.
Das Missgeschick des Herstellers nutzten dabei zehntausende Kunden aus. Trotz der nachträglichen Preiskorrektur
und des Angebots eines geringen Nachlasses könnte Dell nunmehr gezwungen werden, die Monitore zum Spottpreis
auszuliefern.
Der zwischenzeitliche Verkaufspreis für das 19"-Modell UltraSharp E1909W lag bei umgerechnet etwa zehn Euro statt
der eigentlich veranschlagten 106 Euro. Der offensichtlich zu günstige Preis galt dabei ab etwa 23 Uhr Ortszeit und
wurde erst am folgenden Morgen korrigiert. In diesen acht Stunden verbreitete sich die Nachricht von dem Schnäppchen
wie ein Lauffeuer, weshalb über 26.000 Kunden insgesamt mehr als 144.000 Monitore bestellt haben. Im Schnitt erwarb
dabei jeder Käufer etwa fünf Monitore, in Einzelfällen wurden aber auch hunderte Bildschirme auf einen Schlag bestellt.
Da es sich um einen Fehler bei der Preisangabe handelte, wollte Dell nur einen kleinen Nachlass auf die gekauften Geräte
gewähren. Die Verbraucherschützer Taiwans, die Consumer Protection Commission, schoben dem jedoch einen Riegel
vor und verlangten aufgrund hunderter Beschwerden die Auslieferung der Geräte zum Preis von 10 Euro. Sollte der
Hersteller dem nicht nachkommen, erwäge die Kommission eine Klage. Der Hersteller entschuldigte sich unterdessen bei
den Kunden und teilte mit, eine nicht näher definierte Entschädigung leisten zu wollen. Dabei könnte es sich auch um die
Lieferung zum irrtümlich ausgewiesenen Preis handeln, wobei ein Sprecher der Verbraucherschutzkommission bereits
mitteilte, dass Dell nur diejenigen Bestellungen bedienen müsse, die Mengen in haushaltsüblichem Maßstab umfassen.
Dell stünde auch dann jedoch ein Umsatzminus in Millionenhöhe ins Haus.