Bundesnetzagentur sperrt Callcenter-Rufnummern

#1 von Maddog-RCT , 22.09.2009 14:47


Schluss mit dem Telefonterror: Die Bundesnetzagentur hat bei einigen Massenanruf-Unternehmen den Telefonstecker gezogen. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Sicherheitsexperten warnen vor falschen Warnungen, Konservative sind gegen zu viel Überwachung, und die Nato bestellt Militär-USB-Sticks.

Es ist ein Kreuz mit den nervigen Reklameanrufen. Mit Hilfe automatisierter Wählprogramme können manche Callcenter Dutzende oder Hunderte Anrufe fast gleichzeitig absetzen. Betroffene werden teilweise mehr als 50 Mal pro Tag angeklingelt. Die Nummern von sieben von besonders üblen Dauerklinglern wurden nun von der Bundesnetzagentur abgeschaltet.

"Die Vielzahl der Telefonanrufe, bei einzelnen Verbrauchern etwa mit 70 Anrufen pro Tag, führt zu einer unzumutbaren Belästigung und bedeutet einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Betroffenen. Einen Wettbewerbsvorsprung durch Belästigung zu erzielen, ist nicht hinnehmbar", zitiert "Golem" Agenturchef Matthias Kurth.

Nicht genug, dass diese Art der Werbung per Telefon an sich schon gesetzeswidrig sei, auch hätten die geplagten Anrufopfer Reklameanrufen nie zugestimmt. Das aber ist inzwischen gesetzlich vorgeschrieben. Die Agentur überprüft derweil weitere Unternehmen, die ebenfalls automatisierte Massenanrufe absetzen. Ihre Sperrung dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein.

Vorsicht vor falschen Firefox-Warnungen

Das IT-Securityunternehmen G Data warnt vor gefälschten Sicherheitswarnungen in Firefox. Derzeit verteilt sich ein Trojaner, der befallene Rechner ein Warnschild aufpoppen lässt, das den Anwender zur Installation eines Sicherheitsprogramms auffordert. Wer diesem den Firefox-Warnungen täuschend ähnlichen Hinweis folgt, landet auf einer Seite, die den Kauf eines völlig nutzlosen Antivirenprogramms anbietet.

Die Verbreitung dieser Art Scareware durch Trickbetrüger, die Computernutzer verunsichern und zum Kauf von Nepp veranlassen wollen, nimmt zu. "Wir beobachten einen deutlichen Anstieg gefälschter Virenschutzprogramme. Scareware hat sich mittlerweile zu einer der einträglichsten Einnahmequellen des digitalen Untergrunds entwickelt", so Ralf Benzmüller von G Data zu "silicon.de".

US-Justizministerium hat Bedenken gegen Google Booksearch-Settlement

Das Tauziehen um Googles Buchsuche geht in die nächste Runde. Eigentlich schien nach der Einigung zwischen den US-Buchverlagen und dem Suchmaschinisten alles in trockenen Tüchern zu sein. Doch nun nörgelt das amerikanische Justizministerium an der Vereinbarung herum. Die Übereinkunft entspreche nicht den geltenden Gesetzen, was das Urheber- und Kartellrechtbetreffe, so das Ministerium. Die Beteiligten haben inzwischen signalisiert, dass sie zu weiteren Änderungen bereit wären.

Konkret geht es um das Google zugesprochene Recht, nicht mehr erhältliche oder vergriffene Bücher, die dennoch dem Copyright unterliegen, einzuscannen und über seine Buchsuche verfügbar zu machen. Kritiker wenden sich gegen die Ausschließlichkeit, mit der einzig Google die Digitalisierung dieser Bücher vornehmen könne und damit, wie auch mit weiterer Kommerzialisierung, das jeweils noch geltende Urheberrecht faktisch außer Kraft setze.

Britische Konservative wehren sich gegen Regierungsdatenbanken

Wer hätte das gedacht? Während konservative Politiker auf dem europäischen Festland beständig neue Sicherheits- und Überwachungsgesetze beschließen, wollen die britischen Tories den entgegengesetzten Weg einschlagen. Zwar sitzen sie in der Opposition, da fällt das Dagegensein naturgemäß leichter. Dennoch überrascht die Stellungnahme des Schattenjustizministers Dominic Grieve gegen "eine immer aufdringlichere Regierung, die auf teure Datenbanken und den Abbau der bürgerlichen Rechte baut".

In einem Strategiepapier (PDF) schlägt Grieve dann eine Reihe von Veränderungen vor. So soll die Zahl der staatlichen Datenbanken reduziert, der Umfang der jeweils erfassten Daten auf ein Minimum beschränkt und diese nur zeitlich begrenzt gespeichert werden. Lediglich besonders autorisierte Personen sollen Zugang dazu bekommen. Außerdem tritt Grieves für eine bessere Kontrolle des Datenaustauschs zwischen verschiedenen Regierungsstellen ein. Grieve: "Wir wollen den schleichenden Wandel im Verhältnis zwischen Staat und Bürger wieder zurückdrängen".

USB-Stöckchen für die Nato

Das westliche Militärbündnis setzt auch im Bereich von USB-Sticks auf Sicherheit. Dieser Tage wurde eine Liefervereinbarung zwischen der Nato und IronKey geschlossen, einem Hersteller von verschlüsselten Flash-Laufwerken. Die Speicherstöckchen sind durch mehrfache Sicherungen gegen alle möglichen Bedrohungen gewappnet, sie entsprechen dem amerikanischen Sicherheitsstandard der Stufe drei, besitzen einen integrierten Malware-Schutz und eine Hardware-Verschlüsselung. Für den gewöhnlich rauen Alltag bei militärischen Einsätzen wurden die Sticks außerdem noch wasserdicht gemacht und in ein stoßfestes Gehäuse eingebaut, das gegen elektromagnetische Felder abschirmt.

Quelle: Spiegel Online


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